-Regisseur und Drehbuchautor-
-Regisseur und Drehbuchautor-

Filme

„Ablass“ heißt diese „Polizeiruf 110“-Folge des Bayerischen Rundfunks, die den Rahmen der üblichen Sonntagabendkrimis weit übersteigt und als psychologisches Kammerspiel erster Güte überzeugt. Natürlich geht es um Verbrechen und Aufklärung, doch außerdem werden eindringlich und klug und ohne jede pädagogische Attitüde höchst relevante gesellschaftspolitische Themen verhandelt. Keine Effekthascherei, kein Schielen nach Klickzahlen – der Regisseur Christian Bach konzentriert sich mit seinem eigenen Drehbuch kunstvoll auf die Geschichte und ein fabelhaftes Ensemble, das Johanna Wokalek als Blohm und Tobias Moretti als Anwalt anführen.

Erzählt wird dieser beklemmend realitätsnahe Krimi mit seinem offenen Ende in konzentrierten Bildern meist ohne Farbe, als wolle der Kameramann Namche Okon auch optisch zeigen, dass aus dieser Geschichte die Hoffnung verschwunden ist. Das Setting ist leicht nebelig, die Konturen der Gegenstände sind verschwommen, die Lippen bleich. Besser kann man über die heutigen Grauzonen der Gerechtigkeit nicht sprechen. Manchmal wächst das öffentlich-rechtliche Fernsehen tatsächlich über sich hinaus. Dann wird es Filmkunst mit Verantwortung.

___ Irene Bazinger: Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Ablass“ (Buch und Regie: Christian Bach) ist ein exzellenter Krimi, der es schafft, gesellschaftliche Verhältnisse zu kritisieren, ohne dabei an Spannung einzubüßen. Das ist im öffentlich-rechtlichen Kriminalgenre nicht selbstverständlich. Während der Ermittlungen im winterlich-kargen München entsteht hier das Bild einer Gesellschaft, in der Schuld mit zweierlei Maß bewertet wird. Und in der auch beim Gesetz das Recht des Stärkeren gilt. Raffiniert spielt das Drehbuch dabei mit dem typischen Muster eines Sonntagabendfilms. Der Krimi fühlt sich über lange Strecken sehr leichtfüßig an, die Schwere des Themas schleicht sich nur langsam ein. Wenn dieser „Polizeiruf“ dann plötzlich doch nicht mehr so erwartbar ist, wie er zunächst zu sein scheint, wirkt das umso stärker.

___Ann-Marlen Hoolt: Süddeutsche Zeitung

„Gerechtigkeit ist doch ein Gefühl, ein Konstrukt, eine Idee“, sagt der Anwalt. Blohm möchte das, was sie darunter versteht, trotzdem herstellen, starrsinnig. Es macht auch die Großartigkeit dieses Films aus, dass es ihr nicht gelingt. […] Denn „Ablass“ bezieht seine Spannung längst nicht mehr nur aus der Frage, wer es gewesen sein könnte. Christian Bach, Buch und Regie, setzt retardierende Elemente sehr geschickt ein, konzentriert sich aber auf die Figurenzeichnung – und eben die Gerechtigkeitsfrage, die am Ende sogar einen Dreh in die Zukunft erhält.

___Sylvia Staude: Frankfurter Rundschau

Das Wunderbare an diesem Krimi war, dass er die Moralisierung, die dem Fernsehkriminalfilm innewohnt, immer wieder bricht, und immer wieder zeigt, dass man alles, auch noch den größten Wert, von mindestens zwei Seiten aus betrachten kann. […]

Hier kommt es einmal, endlich anders. Dass das ausgerechnet der Fernsehkritik-Onkel der Zeit nicht versteht, verwundert kaum. Vulgärmarxistisch fordert er „zumindest für die 90 Minuten seiner Spielzeit etwas an diesen Verhältnissen zu ändern, die er sich ausgedacht hat“ und schwadroniert über „die schuldige, also moralisch schon verderbte“ Diplomatentochter, deren Schuld im Film übrigens nie bewiesen, nur nahegelegt wird, anstatt zu begreifen, dass sie vielleicht gerade juristisch schuldig, aber moralisch mit mildernden Umständen zu betrachten ist. […]

Der Film stellt das falsche und bequeme Verlangen der Menschen, immer und überall Gerechtigkeit herzustellen, in Frage. Ja, ein Mörder läuft frei herum. Aber was ist das gegen die ganzen anderen Opfer, und gegen die Menschen seiner Familie und seines Dorfes, denen der Afrikaner dadurch helfen kann, dass er seine Ehre opfert? Alles hängt mit allem zusammen, aber dieser Film hat den Mut, die Dinge so zu zeigen, wie sie sind. Und unsere Unzufriedenheit mit der Realität stehenzulassen.

___Rüdiger Suchsland: telepolis.de

Christian Bach (Buch und Regie) ist mit dem neuen Münchener „Polizeiruf 110: Ablass“ ein außergewöhnlich mitreißendes Drama gelungen, das im Gewand eines spannenden Krimis den größten Missstand innerhalb unserer Gesellschaft reflektiert: die Ungleichheit zwischen Arm und Reich. Dazu bedient sich Bach einer raffiniert eingefädelten Geschichte, die zunächst viele Rätsel aufwirft, dann aber in eine Eskalationsspirale übergeht, die unaufhaltsam erscheint. Die Spannung entsteht hier vor allen Dingen aus der Unabwendbarkeit der sich zuspitzenden Ereignisse, die man aus Zuschauersicht erahnt und dabei gleichzeitig hofft, dass die Dinge doch nicht so geschehen werden. Es geht um Macht, Geld und Einfluss in einer Welt, die keine Chancengleichheit mehr zu bieten scheint. […] Das bis zum bitteren Ende extrem sehenswerte Drama lebt natürlich auch von seinem gut aufeinander abgestimmten Ensemble. Bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt, bleibt insbesondere Moretti in seiner Rolle des schmierigen, aalglatten Anwalts Schellenberg in Erinnerung, dessen schamloser Zynismus leider sehr authentisch wirkt.

___Frank Jürgens: Neue Osnabrücker Zeitung

Was geschieht, wenn Täter andere Menschen für falsche Geständnisse bezahlen? „Ablass“, der fünfte Film mit der Münchener „Polizeiruf“-Kommissarin Cris Blohm (Johanna Wokalek), ist ein anspruchsvolles Krimidrama um Schuld und Gerechtigkeit. Zwei Fälle, eine Unfallflucht und ein Jahre zurückliegender Mord, verbindet Autorenfilmer Christian Bach geschickt zueinem vielschichtigen, keineswegs trockenen Lehrstück. Die Kommissarin ist immer freundlich, aber bestimmt: eine moralische Instanz mit klarem Kompass in einer Welt sozialer Gegensätze. Ein Krimi mit hoher Relevanz, einem sehenswerten Ensemble und spannenden Wortgefechten, insbesondere zwischen Johanna Wokalek und Tobias Moretti.

___Thomas Gehringer: tittelbach.tv

Dass der von Tobias Moretti aalglatt verkörperte Anwalt August Schellenberg im Hintergrund die Strippen zieht und sich das Recht so hinbiegt, wie es ihm und seiner gut betuchten Klientel in den Kram passt, ist schnell klar. Spannend bleibt der von Regisseur und Autor Christian Bach raffiniert erdachte Krimi aber dennoch. Dessen Kernaussage, wonach vor dem Gesetz eben nicht alle gleich sind und die stetig wachsende Schere zwischen Arm und Reich auch auf diesem Gebiet immer offener ihre hässliche Fratze zeigt, hat er zum Glück nicht in einem schwermütigen Drama mit erhobenem Zeigefinger versenkt. Vielmehr ist ihm ein höchst unterhaltsamer Thriller gelungen, der geschickt mit unserer Erwartungshaltung vor den Bildschirmen spielt. Die leichtfüßig in Szene gesetzte Ermittlungsarbeit von Cris Blohm und Dennis Eden lässt die mitunter drastischen Wendungen der eigentlichen Kriminalgeschichte umso eindrucksvoller nachwirken, die schließlich in einem überraschenden Finale mündet, das sogar Raum für eine Fortsetzung zulässt.

___Marek Bang: kino.de

„In fremden Händen“: Thriller der Spitzenklasse zeigt böse Seite der Fürsorge. […] Désirée Nosbusch spielt eine Frau, die das Leben ihres neuen Partners komplett umkrempelt. Hochspannender Thriller.

___Wolfgang Platzeck: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Werwölfe, Vampire, monströse Tierwesen, blutrünstige Aliens aus den Tiefen des Weltraums: Im Horrorgenre hat die tödliche Bedrohung viele Gesichter. Mitunter tarnt sich das Grauen jedoch so geschickt, dass das Erwachen umso furchtbarer ist. Das ZDF kündigt „In fremden Händen“ als Psychothriller an, doch in Wirklichkeit ist das, was der wohlhabende Witwer Wolfgang erlebt, der pure Horror.

___Tilmann P. Gangloff: Neue Osnabrücker Zeirtung

„In fremden Händen“ (ZDF/Olga Film) ist nicht der 999. Thriller, der das Narrativ vom Feind oder der Feindin „in deinem Bett“ bedient. Das TV-Drama von Christian Bach (Buch und Regie) erzählt eine sehr viel differenziertere, komplexere Geschichte. […] So perfekt austariert zwischen psychologischer Glaubwürdigkeit und dramaturgischer Zuspitzung die Dialoge sind, so überzeugend ist auch das nonverbale Agieren des stimmig gecasteten Quartetts. Die besondere Stärke der Geschichte besteht in dem Perspektivwechsel in der zweiten Hälfte des Films. Jetzt nimmt Jana das Heft des Handelns in die Hand. Über den dramaturgischen Gewinn hinaus eröffnet diese Verschiebung des Blicks der Narration eine weitere moralische Dimension (tragen die Schwestern nicht auch eine Mitschuld?). […] Das ist nur ein Beispiel für Christian Bachs kluge Art, diese Geschichte einer manipulierten Entfremdung zu strukturieren, ohne jeden Durchhänger, ohne einen Satz zu viel, mit einem Gespür für Zwischentöne und für den richtigen Erzählrhythmus. Und der Bach erzählt seine Geschichte mit unversöhnlicher Konsequenz, eine grimmige Geschichte über einen Betrug, dem mit rechtsstaatlichen Mitteln schwer beizukommen ist.

___Rainer Tittelbach: tittelbach.tv

Ohne viel Trickserei gelingt es dem Film, den Spannungsbogen konsequent hochzuhalten. In kammerspielhaften Szenen wird die erschreckende Banalität der Betrügerei offenbar. Fast beiläufig übernimmt Karola die Kontrolle – über Handy, Banking, Medikation. Sie manipuliert und spielt Wolfgang gegen seine Kinder aus. Dass man sich über ihre Motive und ihr wahres Ich dennoch lange unsicher wähnt, ist vor allem dem fantastischen Spiel der Hauptdarstellerin zu verdanken, die mühelos zwischen treuer Begleiterin und verunsicherter Betrügerin, zwischen Fassade und Verzweiflung changiert.

___Maximilian Haase: Stern

Während die vorgeblich ehemalige Internistin den auf Hilfe angewiesenen Wolfgang immer mehr von der Außenwelt isoliert, gerät der Film vollends zum mitreißenden Thriller.

___Fernsehtipp, Süddeutsche Zeitung

Monstermutter ist Thrillerroadmovie und Sozialdrama in einem. Gelungen verbunden sind beide, indem sich die Handlung erst einmal über die Charaktere, nicht über das Geschehen, zuspitzt.

 
Poetisch erzählt unter der Regie von Christian Bach, fügt sich das alles zu einem ruhigen und zugleich fulminanten letzten Lenski-Fall.
 
___Inna Hartwich: Neue Zürcher Zeitung 
 
Eine Pinkelpause, die Olga Lenski zuerst als ihre Tötung missversteht, weil plötzlich ohne Grund an einem Waldstück angehalten wird, gerät zur schmucken Miniatur: Wie die Kommissarin die Erleichterung darüber, dass es eben nur ums Pinkeln geht, gleich in die Sabotage des Fluchtwagens übersetzt – und einen Nagel findet, den sie unter dem Vorwand, sich die Schnürsenkel zu binden, in den Reifen drückt. Als Louisa Bronski beim Beheben des Plattens wiederum den Grund dafür entdeckt, entlädt sich ihre Enttäuschung in rasender Gewalt.
 
___Matthias Dell: ZEIT Online
 
Die alltäglich wirkenden Ermittlungen und das achtsame Eindringen in das prekäre Umfeld der Bronskis sind beste Voraussetzungen für die kommende Konfrontation auf Leben und Tod. Sie spiegeln nicht nur das stimmige Realismus-Konzept des Films, die Milieu-Darstellung mit Handkamera & realistischem Licht, sondern sind auch wahrnehmungspsychologisch ein überaus effektiver Einstieg, um die Spannung später ins geradezu Unerträgliche zu steigern.
 
___Rainer Tittelbach: tittelbach.tv

Eindringlich erzählt und schauspielerisch überzeugend, wird man sofort hineingezogen in diesen Fall, der teils Krimi, teils Familiendrama ist. Mit einem Showdown, den man nicht vergisst. Packend und sehenswert.

___Ulrike Borowczyk: WAZ Online

„Monstermutter“ ist ein spannungsgeladener Krimi, der vor allem dank des Psycho-Duells zwischen Lenski und Bronski auftrumpfen kann. Gerade die gemeinsame Fahrt zu Lilly Pflegefamilie ist durchtrieben von purem Thrill. Dies liegt vor allem auch an Luzia Oppermann, der die Verzweiflung in jeder Sekunde in den Augen geschrieben steht. So ist es letztlich ein gelungener Abschied für Maria Simon. Die geradlinige Inzenierung ohne viel Geschwafel sorgt dafür, dass der Fokus einzig und allein auf der Schauspielerin und ihren lauten Abschied liegt.

___Florian Teichert: Kölner Stadtanzeiger

Die eindringliche Erzählweise von Regisseur Christian Bach nimmt den Zuschauer sofort ein. Die Rolle der gewaltbereiten, verzweifelten Täterin hat er der jungen Luzia Oppermann auf den Leib geschrieben. Sie spielt intensiv und überzeugend bis zur Schmerzgrenze. Die Nachwuchsschauspielerin ist eine Entdeckung.

___dpa: Frankenpost

Der Film von Christian Bach, seine erste TV-Produktion nach seinem vielbeachteten Kinodebüt ‚Hirngespinster‘, ist wie ein Western erzählt: Das weite Land übernimmt aber nicht nur eine atmosphärische Funktion, sondern auch die Themen und Motive dieses uramerikanischen Genres spielen eine zentrale Rolle in der Geschichte: die Grenze, der eigene Grund und Boden, der Feind, die Großgrund-Besitzer und der ewige Kampf zwischen individueller Freiheit und dem Stern des Gesetzes.

___Rainer Tittelbach: tittelbach.tv

Entgrenzung, Entwurzelung, Kleinstadtbürger, Großmannsträume – der ‚Polizeiruf‘ fasst recht gut die Gemengelage der widersprüchlichen Gefühle zusammen, die den Nährboden für den extremistischen Heimatbegriff liefert… [Heimatliebe] zeigt Revisionismus und Nationalismus auf beiden Seiten der deutsch- polnischen Grenze, verfällt aber nicht in Relativismus. Das kleinteilige Gesellschaftsstück wird um einen Subplot ergänzt, der klug das weiterwirkende faschistische Erbe Deutschlands einbindet.

___Christian Buß: Spiegel Online

Die Kriminalhauptkommissare Lenski und Raczek treffen auf polnische Rechtsradikale, auf deutsche Selbstverwalter, auf Agrar-Spekulanten und auf giftige Vorurteile. Der Film zeichnet dadurch ein düsteres Panorama der politischen Gegenwart. Drehbuchautor und Regisseur Christian Bach gelingt mit diesem ‚Polizeiruf‘ ein weitgehend klischeefreier Sonntagabendkrimi, für den man ihm durchaus dankbar sein darf. Dieser Krimi vom RBB ist keine Standardware. Das sieht man auch an der überragenden Kameraführung von Wolfgang Aichholzer. Die Aufnahmen der Oderlandschaft im Nebel, der Felder, der verwunschenen Grenzregion, erinnern an Thriller aus Skandinavien.

___Henning Rasche: Rheinische Post

Es tut diesem Film gut, dass die polnische Sprache hier nicht einfach weggedrückt wird. Dafür gibt es endlich einmal Untertitel, bei denen offensichtlich sorgfältig gearbeitet wurde. Und je weiter „Heimatliebe“ fortschreitet, umso größer wird eine Spannung, die am Ende in eine völlig andere Richtung weist.

___Arnold Hohmann: WAZ Online

BILD klärt die wichtigsten Fragen zum Fall.

Kommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, 42) zog in einer Szene an einem Joint. Ist das überhaupt erlaubt? Nein. Einem Polizeibeamten ist es nicht erlaubt zu kiffen. Folge: ein Disziplinarverfahren. Wie hoch das Strafmaß ausfällt, entscheidet ein Gericht von Fall zu Fall. Die Strafe würde höher ausfallen, wenn es sich wie im Film um konfiszierte Drogen handelt!

The devastating effects of a family member’s mental illness are explored to moving effect in Christian Bach‘s intense drama about a son coping with his father’s schizophrenia. Featuring superb performances by veteran German actor Tobias Moretti and Jonas Nay as the father and son, respectively, Flights of Fancy recently received its welcome U.S. premiere at the latest edition of NYC’s KINO! film festival devoted to contemporary German cinema. The filmmaker explores the tortured family dynamics with intelligence and sensitivity…. Presenting no easy solutions, Flights of Fancy emerges as a thoughtful, harrowing portrait of a young man wracked by conflicting emotions and a father who in his more lucid moments is all too aware of the devastating toll that his disease is taking on the people he loves. The magnetic Moretti commands the screen as the disturbed patriarch, while Nay delivers a sensitive, moving portrayal of the troubled son who eventually realizes that he cannot save his father but only himself.

___The Hollywood Reporter

Das herausragend gespielte Drama besitzt Drive, tragische Tiefe, Witz und jede Menge Energie, und die leichthändige Inszenierung ist stets der Schwere des Themas gewachsen, das weder reißerisch noch verharmlosend behandelt wird.

___Lexikon des internationalen Films Filmdienst

Tobias Moretti und der 24-jährige Jonas Nay brillieren als Vater und Sohn in diesem einfühlsam inszenierten Familiendrama, das durch seine schlichte Erzählweise eine große Wucht entfaltet und dennoch nicht erdrückend wirkt, da immer wieder auch Raum ist für Leichtigkeit und bisweilen etwas absurden Humor. „Hirngespinster“ ist deshalb nicht nur Drama, es ist auch eine anrührende Coming-of-Age-Geschichte und eine Plädoyer für die Liebe, in guten und erst recht in schlechten Zeiten.

___Focus Online

Für ihr Spiel sind Jonas Nay und Tobias Moretti sehr zu Recht mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Mit dem hätte man auch Christian Bach bedenken können. Denn ihm gelingt es, den ganz normalen Wahnsinn darzustellen, der den Alltag von Menschen beherrscht, die einander zugetan sind und mit einer solchen Krankheit leben müssen. 

___Michael Hanfeld: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Film von Christian Bach ist ehrlich und beschönigt nichts. Dennoch schafft er immer wieder kleine Momente der Hoffnung und deutet am Ende für Simon die Chance eines Neuanfangs an. Ein beeindruckender Film, der sich von Klischees fernhält, konsequent erzählt und mit brillanten Schauspielern aufwarten kann. Ein starkes Familiendrama.

___Filmbewertungsstelle

„Wer hin und wieder seinen Verstand verliert, der hat wenigstens einen.“ Hans Dallinger besitzt viel Verstand, und Christian Bach hatte den Kunstverstand, diese Geschichte mit Feingefühl auf die Leinwand zu bringen.

___Hans-Jörg Rother: Tagesspiegel

Ein Stück echter Aufklärung über seelische Leiden gelingt dann, wenn Filmemacher sorgfältig recherchiert haben. Im sehenswerten Familiendrama „Hirngespinster“ (2014) spielt Tobias Moretti den schizophrenen Architekten Hans Dallinger, der sich in seinem Arbeitszimmer mit Folien gegen die vermeintlichen Abhörattacken von Spionagesatelliten zu schützen versucht und in seinem Wahn die ganze Familie in Angst und Schrecken versetzt. Erzählt wird der berührende und packende Film aus der Sicht seines 22-jährigen Sohnes Simon (Jonas Nay), der unter den psychotischen Schüben des Vaters leidet. Der Vater erscheint zwar bedrohlich, kann aber in starken Momenten sympathisch und liebevoll sein – wie im richtigen Leben. 

___Walter Schmidt: Salzburger Nachrichten vom 24.6.2015